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Bischof-Bernhard-Gedenktag 2026

Ortsheimatpflege und Bezirksausschuss Dringenberg informieren:

Die sich kennen, können sich nennen – Alte Dringenberger Beinamen

Manchmal reicht ein einziger Mensch, um ein ganzes Dorf auf die Landkarte zu setzen. Für Dringenberg war dieser Mensch Bischof Bernhard. Er ließ 1318 die Burg errichten, 1323 folgten die Stadtrechte – und aus einer Idee wurde ein blühendes Städtchen. Als er 1341 starb, hatte Dringenberg längst seinen eigenen Charakter gefunden.
Der 2. Februar ist hier deshalb kein Tag wie jeder andere. Seit Generationen denkt Dringenberg an diesem Datum an seinen Gründerbischof Bernhard V. – den Mann, der alles ins Rollen brachte.

Die Gedenkmesse findet am

2. Februar 2026 um 18:30 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Geburt

statt. Und ja: Alle Dringenberger sind herzlich eingeladen – Kommen darf jeder, der Dringenberg im Herzen trägt.

Bischof Bernhard lebte in einer Zeit, in der Städte wie Pilze aus dem Boden schossen. Damals nannte man die Leute noch einfach beim Vornamen. Nachnamen? Fehlanzeige. Die kamen erst zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert so langsam in Mode.

Die Bevölkerung wuchs, die Menschen zogen in die Städte, und plötzlich gab es nicht nur einen Otto oder einen Müller, sondern gleich eine ganze Sammlung davon. Da musste man sich etwas einfallen lassen. Also bekam jeder einen Beinamen – und aus diesen Beinamen wurden später unsere Familiennamen.
Diese Nachnamen waren oft herrlich direkt: Herkunft, Beruf, Wohnort, Aussehen, Charakter – alles konnte zum Namensgeber werden. Auch der Name des Vaters war beliebt. Wer also „Peters Sohn“ war, hieß irgendwann eben Petersen, wer von Beruf Müller war, hieß später Müller, wer aus einem Ort wie Dringenberg kam und in die Ferne zog hieß später mit Nachnamen Dringenberg usw.

Unsere heutigen Nachnamen sind kleine Zeitkapseln und spiegeln die mittelalterliche Welt wider. Viele erinnern an Berufe, die es längst nicht mehr gibt. Seit dem 16. Jahrhundert kommen keine neuen Familiennamen mehr dazu. Und mit den Standesämtern im 19. Jahrhundert wurden die alten Namen dann endgültig festgeschrieben.

Namen, die keine Behörde kennt.

Auf dem Papier war damit alles ordentlich geregelt. Doch das wirkliche Leben auf dem Land hielt sich nicht immer an die Register. In vielen westfälischen Dörfern – auch in Dringenberg – trugen Familien bis weit ins 20. Jahrhundert Namen, die in keinem Amt verzeichnet waren. Wer in den 1950er‑Jahren in Dringenberg groß wurde, weiß sofort, wer gemeint ist, wenn von „Blanken“, „Kronen“, „Steinhaupt“, „Odames“, „Pingeln“, „Sattlers“, „Stadtschäfers“ oder „Lüchtenkasper“ die Rede ist.

Fast jede Familie hatte neben dem offiziellen Nachnamen einen Nennnamen. Diese inoffiziellen Beinamen wurden über Generationen weitergegeben, mal ein wenig verändert, meist im Platt eingefärbt – aber immer lebendig. Sie halfen, Familien mit gleichem Nachnamen auseinanderzuhalten, erzählten von früheren Hausbesitzern, Berufen oder kleinen Geschichten, die irgendwann hängen geblieben waren.

Beinamen waren ein Zeichen von Nähe. Man benutzte sie unter Nachbarn, Verwandten, alteingesessenen Familien oder Menschen, die seit Jahren miteinander handelten. Wer jemanden beim Beinamen nennen konnte, gehörte dazu. Ganz nach dem Motto: „Die sich kennen, können sich nennen.“
Oft war der Beiname sogar bekannter als der amtliche Name – und sorgte gelegentlich für heitere Verwechslungen. Vor allem aber spiegelten sie die enge Dorfgemeinschaft wider, in der jeder jeden kannte.

Mit der Einführung von Hausnummern und der strengen amtlichen Namensführung verloren die lokal gebräuchlichen Beinamen ihren Zweck. Das Dorfleben veränderte sich: Menschen wurden mobiler, Nachbarschaften durchmischter, und das Plattdeutsche, in dem viele Beinamen wurzelten, verschwand langsam aus dem Alltag. Telefon, Post und später digitale Adressen verlangten eindeutige Namen. So verschwanden die Beinamen leise – nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt.

Und doch: Ganz weg sind sie nicht. In Erzählungen, Erinnerungen und in den Stimmen der älteren Dorfbewohner leben sie weiter. Manchmal genügt ein einziger alter Beiname – und schon steht ein Stück Dringenberger Geschichte wieder im Raum.

2026, IP

Für diesen Beitrag habe ich die Dringenberger Beinamen zusammengetragen, die mir bekannt sind, und versucht nachzuvollziehen, woher sie stammen. Die Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Liste kann unter folgendem Link eingesehen werden.

Alte Beinamen in Dringenberg – Liste

Wer wissen möchte, woher sein Nachname stammt, kann dies unter folgendem Link in Erfahrung bringen:

www.namenforschung.net_Namenssuche

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