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Stadtanlage und Befestigung Dringenbergs

Von Dringen zur Stadt Dringenberg

Die Gründung Dringenbergs fällt in eine unruhige Zeit. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts hatten Missbrauch des Faust‑ und Fehderechts, Überfälle von Raubrittern und Verwüstungen durch Söldner viele Höfe und Dörfer bedroht. Nur befestigte Orte boten Schutz für Leben und Eigentum. Im Bistum Paderborn wurden daher mehrere Siedlungen mit Mauern umgeben und zu Städten erhoben.

Auf halbem Wege zwischen Dringenberg und Siebenstern lag das kleine Dorf Dringen, erstmals 1066 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs IV. erwähnt. Diese Freigrafschaft erwarb der Paderborner Dompropst Bernhard zur Lippe 1316 und schenkte sie zwei Jahre später der Paderborner Kirche. 1321 wurde Bernhard V. zum Bischof von Paderborn gewählt.

Ab 1318 ließ er den 297 m hohen Dringenberg roden und auf dem rund 450 m langen Höhenrücken Burg und Stadt nach lippischem Stadtgrundriss anlegen: eine Mittelstraße mit zwei Seitenstraßen und einer Querstraße. Die Stadt war zunächst durch einen Holzwall geschützt, um 1330 vollständig ummauert. Die Stadtrechte folgten 1323.

Die mittelalterliche Stadt war vollständig von einer Mauer umgeben, deren Verlauf bis heute gut erkennbar ist.
Zur befestigten Stadt gehörten drei Tore:

  • die Obere Pforte im Norden,
  • die Niedere Pforte bzw. das Hagetor im Westen und später
  • die Lateinische Pforte im Südosten.

Der Burgbereich war durch einen 16 m breiten Trockengraben und eine Freiheitsmauer von der Stadt getrennt; südöstlich schloss sich die Burgmannssiedlung an.

Die Stadtmauer ist in großen Teilen erhalten und wurde abschnittsweise von 2013 bis 2019 erneuert. Die Obere Pforte wurde 2016 restauriert und mit Kugelaufsätzen versehen; auch die Pfeiler am Burggraben erhielten 2017 Kugelaufsätze.

Weser Renaissance

Kugelaufsätze auf Toren und Pfeilern sind typische Merkmale der Weser‑Renaissance, ebenso wie reich verzierte Sandsteinfassaden, Voluten, Obelisken, Schmuckbänder und der charakteristische „welsche Giebel“.

 

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